Xatar - Sein Weg, seine Geschichte

“Sie fragen “Xatar, woher kommt die Energie für den Wahnsinns Hustle?””

Giwar Hajabi, den meisten bekannt unter seinem Künstlernamen Xatar ist vieles, außer gewöhnlich. Als kurdischer Flüchtling nach Deutschland gekommen, wurde Xatar in Deutschland zum Musiker, zum Verbrecher und ist nun Multiunternehmer.

"Mach'es für 53, Celsiusstraße, Brüser Berg"

Xatar und seine Familie kamen 1984 als kurdische Flüchtlinge aus dem Iran nach Deutschland. Genauer gesagt landete die Familie in Bonn. In einer Hochhaussiedlung im Stadtteil Brüser Berg lebte die Familie nun zwischen Diplomatenfamilien und andere sozial schwachen Familien. Denkt man wohlmöglich, dass dieser Unterschied Xatar geprägt hat, so denkt man falsch. In dem Viertel der damaligen Hauptstadt der BRD zählte nur eins: deutsch oder Ausländer. Für Mitschüler, Lehrer, Basketballtrainer und viele andere war er oftmals nur der „Asi Kanake“, wie Xatar selbst sagte.

Nachdem Xatar von Köln nach Bonn zog und dort sein Abitur machte, geriet Xatar nach der Suche nach Anerkennung und geprägt von den Vorurteilen, schnell auf die schiefe Bahn. Gewalt und Kriminalität bestimmten von nun an Katars Leben und brachten ihm die erste finanzielle Unabhängigkeit.

Paragraph 31

Aufgrund seiner Kriminalität kam Xatar zu der Zeit oft in juristische Schwierigkeiten. Als der Bruder eines Freundes bei der Polizei gegen Xatar aussagte, um für sich persönlich Strafmilderung zu erlangen (§31), sah Xatar sich gezwungen nach London zu fliehen und begann dort ein Studium für Musik. Nach seiner zeit in London kam Xatar nach Deutschland zurück, wo auf ihn der Prozess von damals wartete, der mit einem Freispruch endetet. Durch sein Studium und sein großes Interesse für Hip-Hop entschloss sich der Bonner sein Label „Alles oder Nix“ zu gründen. Ein Name, der besser nicht passen könnte.

„Alles oder Nix bleibt für immer die Crew, check“

Nach der Labelgründung, dauerte es nicht lange, bis Xatar sein erstes Soloalbum rausbrachte, das den gleichen Namen wie sein Label trug. „Alles oder Nix“ verkaufte sich 70.000 mal. Zu einer Zeit vor Spotify, Apple Music und co. war dies für einen Newcomer eine starker Release. Leider reichten die Verkäufe nicht aus, um Xatar von der Kriminalität abzuhalten. War er sonst gewohnt durch die Kriminalität finanziell unabhängig zu sein, so konnte er seine Kosten trotz seines Labels nicht decken.
Als Xatar nach einer Party in der Playboy Mansion in Los Angeles in den USA in Gewahrsam genommen wurde, musste er sich eine Kaution von 50.000 US-Dollar leihen, was ihn finanziell noch stärker belastete.

AAufgrund dieser scheinbar ausweglosen Situation fasste der Deutsch-Kurde einen gefährlichen Plan: der Überfall auf einen Goldtransporter. Zusammen mit drei Komplizen überfielen sie am 15. Dezember 2009, verkleidet als Polizisten, besagten Goldtransporter und erbeuteten Gold im wert von ca. 1,7 Mio. Nach der Flucht über Russland in den Irak, wurde er schließlich vom irakischen Geheimdienst festgenommen und landete im Irak im Gefängnis. Nach der Abschiebung nach Deutschland wurde Xatar zu acht Jahren Haft verurteilt, die er 2014 vorzeitig beendete.

Auch während seiner Haft veröffentlichte Xatar weiterhin Musik. So entstand während seiner Haftzeit sein zweites Album "No. 415".

"Köftespieß ohne Reden"

Nach seiner Entlassung folgten musikalisch weitere Solo- & Kollaboprojekte, sowie diverse Alben seiner gesignten Künstler, wie Schwester Ewa und SSIO. Auch die ersten Erfolge neben der Musik ließen nicht lange auf sich warten. So schrieb Xatar 2015 über sein bisheriges Leben das Buch „Alles oder Nix: Bei uns sagt man, die Welt gehört dir“. Auch sozial engagiert sich Xatar seit einigen Jahren und lässt unter anderem Schulen und Brunnen in Kriegsgebieten bauen.

IDie letzten Monate hat Xatar seine Geschäftsfelder kontinuierlich erweitert. So entstand aus einem Interview während seiner Haft ein virales Meme, der dazu geführt hat, dass Xatar mit „Haval Grill“ weltweit Franchise geführte Restaurants eröffnet und unter anderem tiefgekühlte Köpfte Spieße in den Kühltruhen der führenden Einkaufsläden liegen.
Außerdem ließ Xatar in Köln den Goldmann Tower eröffnen, in dem sein Label “Goldmann Entertainment” sitzt und junge Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Welt signt.
Außerdem gründete Xatar ein weiteres Label, Goldmann Entertainment, mit dem er über 100 Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Welt unter Vertrag nehmen möchte. Der Sitz des neuen Labels ist der Goldmann-Tower in Köln, den Xatar auf sieben Etagen umbauen ließ und in dem er zuletzt die Goldmann Vernisage eröffnete, in der junge Kunstschaffende ihre Kunst ausstellen können.
Xatars wahrscheinlich größte Highlight von allen wartet allerdings noch auf ihn: so starteten gerade die Dreharbeiten zu dem Film zu seinem Leben. Produziert von Fatih Akin wird der Film den Namen “Rheingold” tragen und 2022 in die deutschen Kinos rollen.

 

Giwar Hajabi bzw. Xatar ist ein streitbarer Charakter, der hier und da mal die richtige Ausfahrt verpasst hat, mit dem die Gesellschaft aber wahrscheinlich auch nicht immer richtig umgegangen ist. Trotz aller Rückschläge (selbst und nicht selbst verschuldet), hat Xatar es geschafft sich sein eigenes Imperium aufzubauen. Dieser Weg macht Xatar zu einem Vorbild unserer Zeit. Durch seine Kreativität und seinen Ehrgeiz scheint kein Ziel zu weit entfernt. Woher die Energie für den Wahnsinns Hustle kommt??

„Es ist die Angst wieder an den Punkt zu kommen 

Wo ich den Teufele wählt, weil ich garnichts hatte“ (Aus dem Song Don)